Jahresempfang am 04.11.2018 im Karl-Exius-Haus

Einen Blick nach vorn, in die Gegenwart und zurück in die bewegte Vergangenheit ihres Stadtbezirkes warf die SPD Huckarde beim Jahresempfang zum 150. Partei-Jubiläum. Über 60 Gäste – darunter örtliche Gewerbetreibende, Kommunalpolitiker anderer Parteien sowie viele Mandatsträger und Ortsvereinsmitglieder aus den eigenen Reihen - konnte Stadtbezirksvorsitzender Manfred Stankewitz dazu im Karl-Exius-Haus begrüßen.

 

Nachdem Bezirksbürgermeister Harald Hudy in seiner Ansprache an den erfolgreichen Kampf der Huckarder SPD zum Erhalt von Dortmunds kleinstem Stadtbezirk vor sieben Jahren erinnert hatte, legte Wirtschaftsförderer Thomas Westphal, der als Gastredner sein Augenmerk auf die Zukunftsperspektiven für den Dortmunder Nordwesten, die nicht nur durch das Projekt „Nordwärts“ sondern auch mit der Internationalen Gartenausstellung 2027 (IGA) deutlich angekurbelt würden. Im Fokus: Schaffung von Arbeitsplätzen, Wohnungen und Freizeitangeboten in einem „Zukunftsgarten“ auf dem ehemaligen HSP-Gelände mit Brückenschlag zum Hansa-Revier auf hohem, aber für die Bevölkerung erschwinglichem Niveau.

Die Wirtschaftsförderung favorisiere einen Technologiepark Hansa-Nord mit Universitätsnähe sowie einen Ausbau des Nahverkehrsmuseums am Mooskamp zur Forschungsschmiede für Elektroenergie und -Mobilität. Diese Überlegungen und Ideen werden Bestandteile eines künftigen „Masterplans  Energiezukunft“, für Dortmund sein, versprach Westphal.

Unbedingt erforderlich für diese Zukunftspläne seien jedoch eine funktionierende Infrastruktur, sagte der Wirtschaftsförderer und wies zum Abschluss seiner Rede auf die massiven Verkehrsprobleme im Stadtbezirk Huckarde hin: „Wir müssen die Verkehrssituation anders gestalten und neue Modelle finden, um Verkehre zu steuern“.  Die Zuhörer bedankten sich für diese deutlichen Worte mit viel Applaus. Bei  Grünkohl und „Pinkel“ mit musikalischer Untermalung des Musikerduos Konya Schmechel und Till Steiniger klang die Veranstaltung aus.

Karl-Exius-Haus Neugestaltung des Eingangsbereich

Die Huckarder SPD informierte sich über den Stand der Arbeiten am Karl-Exius-Haus. Mit Mitteln der Bezirksvertretung Huckarde konnte der Zugangsbereich zum Saal und zum Tagungsraum des Bürger- und Begegnungszentrum am Rahmer Wald neugestaltet werden. Die Pflasterarbeiten sind weitgehend abgeschlossen. Die Interessengemeinschaft Karl-Exius-Haus e.V. freut sich über die neue Außengestaltung und über einen weiteren barrierefreien Zugang zum Tagungstrakt. Die Neugestaltung wurde mit 30.000 Euro aus Mitteln der Bezirksvertretung Huckarde gefördert.

www.karl-exius-haus.de

Karnevalsorden für Harald Hudy

10-02-2018. Zu ganz besonderen karnevalistischen Ehren kam SPD-Bezirksbürgermeister Harald Hudy nach der letzten Sitzung der Bezirksvertretung Huckarde. Bei einem anschließenden Besuch im Café-Restaurant „Täglich“ am Markt traf er die Karnevalsprinzessin Nadja I. und ihren Prinzgemahl Dirk III. samt Gefolge, die dort eine kurze kulinarische Rast vor ihrem nächsten närrischen Vor-Ort-Termin eingelegt hatten. Neben ein Paar „Bützchen“ überraschte Nadja ihren Parteigenossen ganz spontan mit dem Prinzenorden der Session 2017/2018  – der höchsten Auszeichnung in Dortmund während der fünften Jahreszeit. Harald Hudy machte gute Miene zum närrischen Spiel – frei nach der Devise: Im Karneval ist fast alles erlaubt.

Jubilarehrung mit Kabarett im Stadtbezirk

Gruppenfoto mit Jubilaren: Die örtlichen Kommunalpolitiker und OV-Vorsitzenden kamen zum Gratulieren.
Martin Eickmann alias „AWO-Oppa“ Karl-Heinz vom Ensemble „Geierabend“ sorgte für gute Stimmung.
Stadtkämmerer Jörg Stüdemann (l.) hielt die Festrede.
Vier Ortsvereine trafen sich im Exius-Haus, um ihre langjährigen Mitglieder zu feiern.

25-11-2017. Auf den Tischen standen weiße Blümchen auf roten Servietten, in zwei großen Töpfen köchelten die selbstgemachten Erbsen- und Kürbissuppen der beiden Ratsvertreterinnen im Stadtbezirk Huckarde. Zur Jubilarfeier des Stadtbezirkes Huckarde waren langjährige Mitglieder aus den vier Ortsvereinen Rahmer Wald, Mailoh-Deusen, Kirchlinde und Huckarde-Ost ins Exius-Haus gekommen, um Ehrennadeln für ihre Treue zur Partei in Empfang zu nehmen. Geehrt wurden an diesem Tag:

Beate Köpping (OV Rahmer Wald, 25 Jahre), Rolf Hahn (OV Mailoh/Deusen, 65 Jahre), Inge Zindel (OV Huckarde-Ost, 50 Jahre), Erika Hinze (OV Mailoh/Deusen, 40 Jahre), Hermann Prill (OV Huckarde-Ost, 65 Jahre), Helmut Stiehl (OV Rahmer Wald, 25 Jahre).

Probleme rechtzeitig angehen

Die Festrede hielt Stadtkämmerer Jörg Stüdemann. Er spracht von sanierten Sportanlagen, neuen Kindergärten, Industriedenkmalpflege, einem künftigen Gewerbegebiet im Schatten der ehemaligen Kokerei Hansa, Flüchtlinge, das Projekt „Nordwärts“  und die Probleme in der Nordstadt. Wichtig sei es, immer politisch voraus zu denken, um Probleme rechtzeitig angehen zu können, denn: „Wir müssen die Lösung haben“, sagte Stüdemann.

Keine SPD-Zwangsehe im Bund mit der CDU

Über eine Lösung für das, was die SPD derzeit am meisten bewegt, spracht er nicht. Das Thema GroKo hatte Martin Eickmann alias „AWO-Oppa“ Karl-Heinz vom Ensemble „Geierabend“ im Rahmen einer kleinen kabarettistischen Einlage schon vorher abgehakt: „Wer ist für Neuwahlen mit 40% für die SPD?“ fragte er grinsend ins Publikum und die Finger gingen fast alle in die Höhe. Ach, wenn es doch nur so einfach wäre.

Kaum einer, das wurde bei den Diskussionen an den Ortsvereinstischen nach den Redebeiträgen, Ehrungen und der kabarettistischen Einlage klar, will nach den gescheitern Jamaika-Verhandlungen „die Neuauflage einer SPD-Zwangsehe mit der CDU“, sagt ein langjähriges Mitglied. Und kaum einer, zeigt diese kleine Umfrage auf der Veranstaltung, will sich für eine GroKo stark machen:

Dieter Siegmund ist gegen eine Neuwahl.
Rolf Hans wünscht sich eine befristete GroKo.
Stefan Keller ist kein Freund der großen Koalition.
Ingrid Heiliger favorisiert eine Minderheitenregierung.

"Arbeit der SPD wird in einer GroKo nicht sichtbar"

Ingrid Heiliger (OV Kirchlinde) "Bitte keine GroKo mehr, lieber eine Minderheitenregierung. Sonst werden wir von der CDU, wie schon in den letzten vier Jahren, wieder kräftig untergebuttert. Wir sollten unser eigenes Ding machen und den Wählerinnen und Wählern zeigen, dass die SPD die bessere Partei sind. Mit einer gerechteren Politik, die nah am Menschen ist."

Dieter Siegmund (OV Rahmer Wald, Seniorenbeauftrager im OV) "Keine Groko. Wir machen uns in der Öffentlichkeit immer unglaubwürdiger, wenn wir weiterhin mit der CDU gemeinsam Politik machen. Die geleistete Arbeit der SPD wird in einer Groko nicht sichtbar. SPD-Wähler wandern ab und die Randgruppen werden immer stärker. Wir sollten eine Minderheitsregierung tolerieren aber in der Europa- und Außenpolitik mit der CDU kooperieren und Stärke zeigen. Die Parlamentsarbeit in einer Opposition ist für jeden sichtbar und zeigt die Meinung und die Richtung der SPD an.

Bevor wir in der Partei darüber abstimmen, sollten wir aber in den Ortsvereinen diskutieren, was wir wirklich wollen. Wir müssen die Treppe von unten nach oben gehen, nicht umgekehrt.

Nur so kann die SPD glaubwürdig bleiben und die abgewanderten Wähler wieder zurück gewinnen.

Eine Neuwahl lehne ich entschieden ab. Man kann nicht solange wählen bis das Ergebnis passt. Das wäre nach meiner Meinung nicht demokratisch."

Stefan Keller (OV Huckarde Ost, SPD-Fraktionsvorsitzender in der BV) "Ich bin kein Freund der großen Koalition, eher für wechselnde Mehrheiten. Das funktioniert bei uns in Huckarde und auch im Dortmunder Rat seit Jahren sehr gut. Außerdem ist so jede Partei gezwungen, gute Ideen zu präsentieren, wenn sie in der Öffentlichkeit positiv wahrgenommen werden will."

Annegret Hahn (OV Mailoh-Deusen) "Ich bin nicht für eine GroKo, sondern für eine Regierung mit wechselnden Mehrheiten. Die SPD hat in der letzten Wahlperiode politisch zwar viel erreicht, aber letztendlich hat die CDU davon profitiert. Und Frau Merkel glaubt trotz stark gesunkener Wählergunst, sie habe alles richtig gemacht. Unsere Partei braucht dringend einen Neuanfang, mit dem wir uns deutlich von der CDU-Politik abgrenzen müssen. Mehr Ehrlichkeit, mehr Rückrat und weniger Grabenkämpfe – das wünsche ich mir in Zukunft von unserer Parteispitze."

Rolf Hahn (OV Mailoh-Deusen, ehemaliger Ratsvertreter) "Ich wünsche mir eine GroKo, die auf zwei Jahre befristet ist. Anschließend sollte es Neuwahlen geben. Da hätte Frau Merkel dann keine Chance mehr, für weitere vier Jahre an der Spitze der CDU zu stehen und die SPD könnte auch eine  gewisse Chancengleichheit bei den Wahlen erreichen."

„Schwarzer Freitag“ in Huckarde führte vor 50 Jahren zur RAG-Gründung

Rednertribüne am 21.10. 1967 bei der Demonstration auf dem Huckarder Marktplatz. Eine Woche vorher waren die Stilllegungspläne von Hansa und Huckarde bekannt gegeben worden. (Fotarchiv Ruhr Museum Essen, Fotograf: Anton Trip)
Rund 120 Besucherinnen und Besucher - darunter viele ehemalige Bergleute - waren bei der Austellungseröffnung in der Kokerei Hansa dabei.
Eröffneten die Ausstellung: Horst Heinrich (Stiftung Industriedenkmalpflege), Harald Hudy (Bezirksbürgermeister), Ullrich Sierau (Oberbürgermeister), Wolfram Runte (RAG), Gerhard Hendler (Hansa - Gesellschaft für Industriekultur) und Frank Führer (Geschäftsführer Bezirksverwaltung Huckarde).
"Das Steigerlied" auf der Mundorgel von einem ehemaligen Kumpel der Zeche Hansa gespielt, durfte auf der Veranstaltung natürlich nicht fehlen. Viele Besucher summten die Melodie mit.

 23-10-2017. Der „Schwarze Freitag" am 13. Oktober im Jahr 1967  – er ist auch heute noch im Gedächtnis besonders älterer  Menschen weit über die Stadtgrenzen Dortmunds hinweg präsent. Es war der Tag, an dem Politik und Wirtschaft beschlossen hatten, tausende von Kumpel auf Hansa in Huckarde und Pluto in Herne ins "Bergfreie" fallen zu lassen.  Eine Woche später,  am 21. Oktober 1967 demonstrierten über 15.000 Angestellte der beiden Zechen auf dem Huckarder Martkplatz gegen die Stilllegungs-Pläne.  An diese in der BRD damals größten Bergarbeiter-Protestkundgebung vor 50 Jahren erinnert jetzt eine Ausstellung, die bis Februar 2019 in den Räumen des Industriedenkmals Kokerei Hansa zu sehen ist.

Horst Heinrich (Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur) Harald Hudy (Bezirksbürgermeister), Ullrich Sierau (Oberbürgermeister), Wolfram Runte (RAG) und Gerhard Hendler (Hansa-Gesellschaft für Industriekultur) erinnerten in der ehemaligen Waschkaue in ihren Ansprachen an diesen Tag, der eine ganze Region verändern sollte.

Riesige Protestwelle

Denn die Politik hatte mit solch einer eindrucksvollen Solidaritätswelle gegen die gerade eingeleitete Kehrtwende in der bundesdeutschen Energiepolitik mit Neuausrichtung der Steinkohlegesellschaften nicht gerechnet. Der Protest gegen die kurzfristig beschlossenen Stilllegungen von Hansa und Pluto ging damals über alle Parteigrenzen hinweg: Auf der Straße marschierten an diesem Tag nicht nur wütende Kumpel und Gewerkschaftsmitglieder sondern auch Menschen aus Kirchengemeinden, Vereinen, Organisationen und Gewerbetreibende. So mächtig und bedrohlich war der Protest, dass er zu einem Umdenken von Politik und Wirtschaft führte: Stilllegungsprämien wurden aufgehoben, die RAG wurde gegründet, statt Massenentlassungen griffen nun Ersatzmaßnahmen und Arbeitsplatz-Investitionen, eingebettet in einen geordneter Strukturwandel.

Dieser Strukturwandel ging auch an Huckarde nicht vorüber, ohne Spuren zu hinterlassen. Die Zeche Hansa wurde Ende 1980 stillgelegt, die Kokerei folgte 12 Jahre später. Doch der Stadtbezirk hat sich trotz dieser großen Krise gehalten und sich zu einem lebens- und liebenswerten Ort entwickelt. An diesem Prozess war und ist die SPD maßgeblich beteiligt.

Broschüre hält Ereignisse fest

Auch die Ausstellung in der Waschkaue der ehemaligen Kokerei Hansa mit vielen Fotodokumenten und Filmen zum Thema und die dazugehörige kleine Broschüre hätten ohne die tatkräftige Unterstützung der Sozialdemokraten im Stadtbezirk nicht in dieser Form verwirklicht werden können. Der Heimatforscher und SPD-Politiker Walter Emmerich (+ 2017) hat mit seinen Vorbereitungen und seiner  umfassende Materialsammlung den Weg für dieses Event am Anfang maßgeblich mitgeebnet. Den roten Faden haben anschließend der örtliche SPD-Mann und IGBCE Vorsitzende Gerhard Hendler, Daniel Sobanski (Stiftung Industriekultur) und Heimatforscher Dr. Spranke mit Unterstützung des Huckarder Stadtbezirksmarketings aufgenommen.

Besonders Gerhard Hendler ist es zu verdanken, dass unter den rund 120 Gästen der Ausstellungseröffnung auch zahlreiche ehemalige Kumpel waren, die dort ein Wiedersehen nach vielen Jahren feierten.

Info

  • Die Ausstellung war erst einmal nur für zwei Tage geöffnet. Sie wird wieder ab dem 4. Dezember 2017 (St. Barbara-Tag) in der Waschkaue der ehemaligen Kokerei Hansa, Emscherallee 11, 44369 Dortmund, zu sehen sein.
  • Öffnungszeiten vom 5. Dezember 2017 bis 28. Februar 2018: Täglich außer montags von 10-18 Uhr.
  • Die Broschüre wird derzeit nachgedruckt und ist dann auch wieder zu haben.
  • Die Organisatoren werden auch den Schulen im Stadtbezirk ein Angebot machen, die Ausstellung unter fachlicher Begleitung zu besuchen.